Ich weiss nicht wohin ich gehe aber ich weiss, wie ich dort hin gelange
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- 16. Apr.
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Der Titel dieses Ausspruchs ist aus einem von Josh Waitzkin zitierten Buch über das Fährtenlesen, hat aber weitaus grössere Implikationen.
Als Erstes fällt eine Negation auf, das Nicht-Kennen des Ziels hat eine Prozessorientierung in sich. Dadurch ist Druck, ein Ziel zu haben und dieses somit auch zu kennen, weg. Ausserdem wird der Fokus auf eine gewisse Form von Präsenz geleitet. Denn man muss präsent sein und in Resonanz mit sich selbst treten um das "wie" zu erkennen. Beispielsweise kann man nicht sagen, in welchem Job man in 20 Jahren arbeiten wird aber es ist möglich, mittels Präsenz und Handlungsmut, kontinuierlich gute Entscheidungen zu treffen, so dass man dadurch an den richtigen Ort gelangt. Dieser Ort ist hochgradig subjektiv und das ist das Schöne daran. Um nochmals auf das Job-Beispiel zu kommen, würde das bedeuten bei einer mangelnden Passung entweder Anpassungen vorzuschlagen oder dann den Job zu wechseln. Das bedingt eventuell einen tieferen Lohn zu aktzeptieren oder vergefasste Meinungen loszulassen und die Unsicherheit zu bejahen. Die Alternative ist aber nicht tragbar weil das System Mensch, wenn unbalanciert, sich entsprechend äussern wird. Das kann Unzufriedenheit oder gar Krankheiten zur Folge haben und ist der deutlich höhere Preis, als wenn man einen Schritt wagt und allenfalls nicht beim ersten Auftreten bereits wieder stabil steht.
Die Negation ist ein subtraktiver Prozess den auch Nassim Taleb gerne zitiert, im Gegensatz zum additiven Vorgehen. Anstatt viele tolle Reisen und Gadgets hinzuzufügen, so dass man den gut bezahlten aber unpassenden Job rechtfertigen kann, nimmt man das Alles weg und geht weiter auf dem Weg bis die Passung gegeben ist. Als Nebeneffekt wird das Leben ruhiger und leichter, weil die Ereignisdichte weniger eng ist.
In den folgenden Beiträgen werden diese Themen weiter vertieft und anhand von Beispielen aus verschiedenen Lebensbereichen erörtert.
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